Was man so alles mit getrockneten Blüten, Papier, Pinsel und Farbe anstellen kann, zeigen seit vorgestern die beiden Berliner Künstler Helge Heberle und Hans-Dieter Wohlmann in beeindruckender Weise im Modemuseum Schloss Meyenburg.
     
Der Prignitzer vom 18. Februar 2008

Raffiniert und filigran
Neue Sonderausstellung im Modemuseum eröffnet

Meyenburg
von Birgit Hamann

Eine Wohltat für Auge und Seele ist das, was die beiden Berliner Künstler Helge Heberle und Hans-Dieter Wohlmann dem Betrachter bieten. Seit Sonnabend sind Werke von ihnen in der Doppel-Ausstellung „Körperhüllen" und „Fremde Bekannte" im Modemuseum Schloss Meyenburg zu sehen. Museumschefin Josefine Edle von Krepl schaffte mit ihrem erneuten Glücksgriff das, was zahlreiche Stammgäste des Hauses und der Vernissagen bereits nicht mehr für möglich hielten: Viele sagten mir angesichts vorangegangener Ausstellungen: Da gibt es doch gar keine Steigerung mehr. Aber: Schauen Sie selbst."

Von Krepl und die beiden Künstler lernten sich zufällig kennen. Wohlmann und Heberle wussten von der Existenz des Modemuseums in Meyenburg und fuhren im Dezember 2006, als sie in Hamburg zu tun hatten, auf halbem Weg nach Berlin von der A 24 ab, um es selbst einmal in Augenschein zu nehmen. Bei ihrer Stippvisite lernten sie auch Josefine Edle von Krepl kennen.

Papierkleider und florale Bilder zum Staunen
Das Ergebnis dieses Zusammentreffens ist nun bis Anfang Mai im Schloss zu sehen. Es sind filigrane Kleider-Kunstwerke aus transparentem Papier, bestückt mit getrockneten Blüten und Pflanzenteilen. Schaut man sich die Papierkleider an, braucht es nicht mehr allzu viel Fantasie, um sich darin Fabelwesen, Feen, Zauberinnen, Nixen, Wesen aus einer anderen Welt vorzustellen. Die zahlreichen Gäste der Vernissage am Samstagabend wollten darüber hinaus ganz genau wissen, wie Helge Heberle ihre Kleider zu Wege brachte - und rieben fast ihre Nasen an den Objekten.

Die großformatigen, floralen Motive von Hans-Dieter Wohlmann sind in den Ausstellungsräumen mehr als nur schmückendes Beiwerk. Vor den riesigen Blumensträußen, die unter anderem den Eingangsflur schmücken, kann man fast nur eines tun: Mit offenem Mund davor stehen und staunen. Gleiches widerfährt dem Kunstinteressierten übrigens auch, wenn er die Homepage des Künstlers, www.atelier-wohlmann.de, besucht. Denn der Maler und Fotograf machte sich, gemeinsam mit Helge Heberle, insbesondere in Berlin einen Namen mit Fassaden- und Illusionsmalerei. Beispiele werden online gezeigt, sind aber in natura noch sehr viel beeindruckender. Bei der nächsten Berlinfahrt lohnt es sich also, die Hauptstadt mit offenen Augen zu betrachten und Spuren von Wohlmann und Heberle zu finden.

Josefine von Krepl bewertet die Exposition mit: „So etwas sieht man hier nicht so schnell wieder." Musikalisch umrahmt wurde die Vernissage mit klassischen Klängen von Jelena Kubrikowa (Cello) aus Dahlhausen und Andrea Westphal (Querflöte) aus Wittenberge, beide Lehrerinnen an der Kreismusikschule Prignitz.


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