Im Modemuseum Schloss Meyenburg kann eine neue Kostbarkeit bestaunt werden: ein Kleid der Ufa- Schauspielerin Brigitte Helm.


Raffinierter Rücken:
Josefine von Krepl erwarb Helms Kleid, Plattenspieler und Zigarettenspitze.

Foto: Vogel
     
MAZ vom 6.3.2008

Schellack und Satin
Meyenburger Modemuseum erwarb Abendkleid von Brigitte Helm
Von Beate Vogel

Meyenburg
Während einer „Schatzsuche“ in Berlin wurde Josefine Edle von Krepl, Chefin des Meyenburger Modemuseums, von einem alten Schauspieler ein Abendkleid der Schauspielerin Brigitte Helm angeboten. Dazu gehörten auch ein Plattenspieler und eine Zigarettenspitze.

„Im Gespräch mit dem Verkäufer habe ich auch einiges aus der Lebensgeschichte von Brigitte Helm erfahren“, berichtet Josefine von Krepl. In der Berliner Künstlerkolonie im Steinrückweg soll die Ufa-Schauspielerin nach der unglücklichen Trennung von ihrem Geliebten, einem jüdischen Bankier, ihren Kummer mit Alkohol und Musik aus besagtem Plattenspieler betäubt haben.
„Die Musik war so laut, dass das ganze Haus gewusst hat: Brigitte trauert wieder“, erzählt die Museumschefin.

Das Kleid von Brigitte Helm passt vorzüglich zur nächsten Ausstellung „Jenny Jugo - Filmgeschichte in Kleidern“, die derzeit im Filmmuseum in Potsdam zu sehen und eine Gemeinschaftsarbeit von Modemuseum und Filmmuseum ist. Die Exposition mit Filmausschnitten, Texten und Kleidern von Jenny Jugo wird am 12. April im Schloss Meyenburg eröffnet. Jugo und Helm waren quasi Kolleginnen: Beide starteten ihre Karriere zur gleichen Zeit.

Mit „Metropolis" die Karriere begonnen
Brigitte Helm, Ufa-Star aus den 1920er und 1930er Jahren, wäre demnächst - vermutlich - 100 Jahre alt geworden. Vermutlich deshalb, weil man sich über ihr Geburtsdatum nicht ganz einig ist: Es wird auf den 17. März 1908 oder den 17. März 1906 datiert. Brigitte Helm wurde von Regisseur Fritz Lang entdeckt und bekam 1926 ihre bekannteste Rolle als Maria und Maschinenmensch in dessen Film „Metropolis" (Foto: DPA). Dass sie mit gerade 19 Jahren gleich mit dem wohl größten Werk ihrer Karriere begann, hatte zur Folge, dass man sie danach auf ähnliche Rollen festlegte - den männermordenden Vamp, die Femme fatale. Als der Zehn-Jahres-Vertrag mit der Ufa auslief, zog sich die Helm aus dem Filmgeschäft zurück - auch wegen Meinungsverschiedenheiten mit den Nazis. Sie gründete eine Familie und lebte bis zu ihrem Tode 1996 zurückgezogen in der Schweiz. bat



zurück