Märkische Allgemeine Zeitung, 27.03.2013

Fantastische Masken in der Stadt der Wunder

Venedig ist Thema der nächsten Vernissage mit Musik in Meyenburg

Venedig die Stadt der Liebe, wird das Thema der nächsten Veranstaltung im Modemuseum in Meyenburg sein. Zu sehen sind dann fantastische Masken, zu hören gibt es Geschichten rund um die Lagunenstadt.

Von Beate Vogel

Meyenburg: Venedig - das steht für Romantik, Gondoliere, unzählige Brücken, wundervolle Paläste aber auch für eine gewisse Morbidität und die Bedrohung durch den steigenden Meeresspiegel. Und es steht für den Karneval. Dieser Seite der Lagunenstadt widmet sich die nächste Veranstaltung des Förderverein Modemuseum Schloss Meyenburg.
„Venedig – Traum und Wirklichkeit“ heißt es am Samstag 6. April, ab 18 Uhr im Festsaal des Meyenburger Schlosses. Vorgesehen sind eine Lesung mit Musik und eine Vernissage zu „Venezianische Masken“.
„Oh, wie wird mich nach der Sunnen frieren, hie bin ich ein herr, doheim ein Schmarotzer!“, schrieb der berühmte Nürnberger Maler Albrecht Dürer seinem Freund Pirckheimer nach Hause, als er von seiner Reise nach Venedig ins kalte Deutschland zurückkehren sollte.
Befragt, ob die Stadt im Süden denn nicht ein Manko für ihn habe, soll er geantwortet haben: „Ja, hat sie. Manchmal ist es recht feucht.“
Zwei Reisen hatte er in die Lagunenstadt unternommen: 1494 bis 1495 und 1505 bis 1507. Unzählige andere Reisende hat die Stadt über die Jahrhunderte nachhaltig beeindruckt.
„Wie wird mich nach der Sunnen frieren“ ist auch der Titel der Lesung von Antje und Martin Schneider, die versuchen, die Faszination dieser 1500 Jahre alten Stadt zu beleuchten. Immer mehr Menschen wollen diese Stadt der Wunder sehen, so dass man nicht weiß, ob sie bald vom Meer oder von der Flut der Touristen verschlungen wird, heißt es in ihrem Programm. Begleitet wird die Lesung von Gabriele Müller am Klavier, die Werke venezianischer Komponisten dazu interpretiert.
Die venezianischen Masken haben es der Künstlerin Gerhild Grolitsch angetan. Sie wird am 6. April im Meyenburger Schloss eine Fotoausstellung mit dem gleichnamigen titel eröffnen. Seit Jahrzehnten fotografiert Gerhild Grolitsch in Italien, besucht die Kunstbiennalen in Venedig und ist seitdem fasziniert von den Masken des venezianischen Karnevals, der prunkvollen Kostümpracht, die eine scheinbar nie enden wollenden Fantasie der Träger beweist, die Ihre Kostüme fast gänzlich selbst entwerfen und herstellen. Gerhild Grolitsch ist inzwischen mit vielen der Menschen hinter der Maske bekannt und befreundet. Sie spricht mehre Sprachen, darunter Italienisch. Ihre Fotos und besonders ihre musikalisch untermalten Fotoshows vor der atemberaubenden Kulisse von Venedig begeistern seit Jahren die maskierten Karnevalsbesucher.
Gerhild Grolitsch wurde 1942 in Klagenfurt in Österreich geboren und lebt seit zwei Jahren in Porep bei Putlitz. Sie absolvierte die Akademie der bildenden Künste in Wien mit dem Diplom und Auszeichnungen als Bühnen- und Kostümbildnerin.

Foto: privat

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