Märkische Allgemeine Zeitung, 09.10.2012

Filzkunst und Sinti Swing

Zwei Vernissagen und eine Modenschau im Meyenburger Modemuseum

Von Beate Vogel

Meyenburg: Zwei Ausstellungen und eine mitreißende Band hat Josefine Edle von Krepl, Chefin des Meyenburger Modemuseums, für die erste Veranstaltung nach der Sommerpause vorbereitet. So wird am Samstag, 6. Oktober ab 18 Uhr im Saal des Schlosses eine Modenschau mit dem Titel „Filzbekleidung“ von Franziska Schollbach gezeigt. Die vielseitige Künstlerin Waltraud Frese zeigt „Aquarelle“.
Begleitet wird der Abend von der Berliner Band „Sinti Swing“.
Die Textilgestalterin Franziska Schollbach aus Rodigen in Thüringen stellt aus Filz nicht nur farbenfrohe Mützen, Schals und Westen her: Auch ganz zarte, transparente Blusen gehören zu ihren Modellen. Sie macht aus dem weichen Material witzige Kopfbedeckungen, schräge Kostüme und schicke Kleider. Schals und Kleider zieren Ornamente, märchenhafte Figuren oder florale Muster. Nach ihrer Modenschau am 6. Oktober wird eine Ausstellung mit ihrer „Filzbekleidung“ eröffnet.
Waltraud Frese aus Frankfurt (Main), die bereits 2011 in Meyenburg Papierobjekte zur Schwälmer Tracht zeigte, präsentierte diesmal „Aquarelle“. Sie malt in zarten Farben und mit feinem Pinselstrich Alltagsgegenstände, Landschaften oder Menschen. Auch abstrakte Bilder gehören zu ihrem Repertoire. Die vielseitige Künstlerin fotografiert auch und stellt Installationen her.
Die Band „Sinti Swing“ wurde 1985 in Ostberlin von den Brüdern Alfred, Fredi und Wilfried Ansin mit dem Schwager Hans Lauenberger gegründet. Die vier Musiker sind Sinti, also deutsche „Zigeuner“ mir ihrer eigenen Sprache und Musiktradition – dem Sinti Swing. Der Ursprung dieser Musik liegt im Pariser Jazzclub Hot Club de France. Hier lieferten sich Ende der 1930er Jahre, begleitet von Rhythmusgitarren und Bass, der Gitarrist Django Reinhardt und der Jazzgeiger Stefan Grappelli virtuose musikalische Duelle. Der Hauch von französischer Musette sowie ein leicht wienerischer Einschlag verleihen dem Ganzen einen besonderen Charme.

Foto: privat

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